Blog Iranreise Oktober 2018

Von Yazd nach Esfahan

Samstag, 13. Oktober: Schule in den Ferien und erste Bazaar-Erfahrungen 

Da fühlt man sich doch fast ein bisschen in die Schulzeit versetzt, wenn wir um 7 Uhr schon zum Frühstück beordert werden. Aber naja... sooo früh ist das ja auch nicht. 

Dank Alexandras grossen Bemühungen, vielen Emails seit mehr als einem Jahr und ihren unzähligen Kontakten haben wir heute die Chance, als erste ausländische Klasse eine iranische Schule zu besuchen! 

Wir fahren los zur Mädchenschule MARKAR, einer von Zarathustriern gegründete Schule (jetzt sind nur noch acht Schülerinnen Zoroastrierinnen...) Begrüsst werden wir sehr herzlich; während den obligaten Begrüssungen und Floskeln von jeder Seite wird uns Tee gebracht, Guetzli und Zältli. Und wir alle bekommen sogar ein Etui aus dem für Yazd typischen Brokatstoff. Jeder Bildungsverantwortliche der Stadt, noch ein Herr und noch einer – alle möchten noch kurz etwas sagen. Kein Wunder sind all diese Herren hier, bei all der Vorarbeit von Alexandra, damit wir als Erste (!) Klasse eine iranische Schule besuchen können!! Und dank Alexandra's fantastischer, unermüdlicher Übersetzungsarbeit verstehen wir sogar alles!

In der Chemiestunde (wir sitzen und stehen etwa zu sechzigst in diesem Zimmer...) sind wir verblüfft über die Unterrichtsart – die Lehrerin stellt die Frage und im Chor antwortet die ganze Klasse. Wir werden ausgefragt über unseren Alltag, wie die Schule bei uns funktioniert und vor allem über die Regeln in unserer Schule; da treten wir auch schon ins (bestimmt nicht erste) Fettnäpfchen... bei der Antwort auf die Frage ob denn Rauchen bei uns an der Schule erlaubt sei... 

Über die Freizeitbeschäftigungen der Mädchen sind wir doch überrascht; Volleyball, Judo, Boxen, Karate, etc. Ausserhalb des Schulzimmers im Schulhof wird viel gelacht und gescherzt.

Jonathan hat einen neuen besten Freund gefunden:-)

Auf dem Goldbazaar glitzert und glänzt es was das Zeug hält. Die Schmuckinteressierten Damen entscheiden sich hin und her, ja das ist schön, nein doch was anderes, bis die meisten das passende Schmuckstück gefunden haben. Die Schnelleren und die Uninteressierten besuchen den iranischen Lindt&Sprüngli und probieren sich durch das ganze Sortiment (Diabetes hallo...!!). Weil die Goldkäufer noch immer nicht zurück sind, flüchten die Überzuckerten vor der prallen Sonne in andere Läden, um die lange Wartezeit zu überbrücken. Die Armen sind schon total dehydriert... Und haben keine Ahnung, dass auch die Bazaargänger in der Sonne am warten sind. Denn irgendwie gab’s ein kleines Problem beim Bezahlen...

Problem gelöst, die einen überzuckert, die anderen vergoldet, fahren wir kurz nach dem Mittag los Richtung Esfahan. Nach einer kurzen Verköstigungspause (unser lieber Fahrer Ali hat für uns alle Granatäpfel geschält!!) bei der wir lernen, wie ein Ei zu schälen sei (Spitz und Gupf schälen, beim Spitz fest reinpusten und das Ei mit der anderen Hand auffangen!), geht es weiter auf unserem langen Weg nach Esfahan.

Nach einigen Stunden Fahrt, während der wir einen (wie immer;-)) fantastischen Vortrag von Alexandra hören durften,  machen wir Halt in Varzaneh und werden in einem Hof von strahlenden Gesichtern begrüsst. Der Hausvater besingt uns mit wunderschönem traditionellen Gesang und sein dreijähriger (?) Sohn – von einigen schon ins Herz geschlossen – erfreut uns mit fröhlichem Tanz. Während die meisten dem Hausvater beim ‚Wasserholen’ zuschauen, erfreut sich der kleine Ali an der Kamera einer Reiseteilnehmerin. Besonders der Blitz fasziniert ihn:-)

Die Wassergewinnung ist ziemlich klug; Ein Ochse läuft – wenn der Hausvater ein bestimmtes Lied singt, sonst bleibt er stehen – vom Wasserloch weg. Dabei zieht es mit einem an ihm angemachten Seil Wasser aus dem Brunnen hinauf. Blöd nur, wenn der Hausvater heiser ist...

In der Zwischenzeit ist es schon dunkel geworden und wir nehmen die letzte Etappe nach Esfahan in Angriff. Um halb zehn endlich angekommen schaffen wir es trotz unseres grossen Hungers nicht, alles aufzuessen und fallen nach einem langen Tag müde ins Bett...

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